Es war einmal in Südmerika …

Die Geschichte beginnt irgendwann im Jahre 1997, als ein aktives Mitglied des Akademischen Alpenklub Innsbruck die Idee hatte, wieder einmal eine Klubfahrt zu machen. Die Idee wurde weitererzählt, Reiseziele wurden ausgesucht, Reiseführer wurden studiert, ……. und so wurde aus der Idee ein tolles und aufregendes Abenteuer.

Paul Gugerel

Reiseziel Cuzco

Die Reise begann im Juli 1999 und dauerte ca. 5 Wochen. Wir haben uns auch ein sehenswertes Programm zusammengestellt – man kommt ja nicht jedes Jahr nach Süd-Amerika: Da Südamerika recht groß ist, haben wir uns auf die Länder Bolivien und Peru beschränkt. Das eigentliche Abenteuer begann in Cuzco, einer kleinen Stadt mit Flughafen mitten in den Anden auf ca. 3600 m. Diese Gegend eignet sich sehr gut, um sich durch kleine Wanderungen zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten an die Höhe zu gewöhnen. Nach einigen Tagen des Akklimatisierens nahmen wir unser erstes Ziel in Angriff.

Inka-Trail

Eine Trekkingtour mit einem Paß über 5000 m und anschließend den berühmten Inka-Trail bis nach Machu Pichu und retour nach Cuzco. Mit einem gemieteten Bus fuhren wir in ein kleines Bergdorf, wo es dann zu Fuß weiterging taleinwärts bis zum Fuß des Nevado Salcantei. In den darauffolgenden Tagen stiegen wir auf bis zum 5000 m – Paß. Der Marsch ging weiter, bis wir endlich in den Inka-Trail einbogen. An den plötzlichen Touristen-Auflauf konnten wir uns nicht gewöhnen, und so legten wir einen Zahn zu, um am 5. Tag das große Ziel Machu Pichu zu erreichen. Eindrucksvoll an einem Berghang gelegen, zwischen steilen Abhängen, verbrachten wir einen ganzen Tag in der alten Inka-Stadt. Die Rückreise nach Cusco mit der Eisenbahn war ebenfalls ein kleines Erlebnis.

Titicaca-See

Wir setzten die Reise fort und fuhren mit einem Bus zum “Lago Titicaca”, der uns durch seine Größe und seine traumhafte Lage faszinierte. Wir fanden ein lustiges Hostal im bolivianischen Copacabana, von wo wir einige Ausflüge, unter anderem zur Isla del Sol und zur Isla de la Luna unternahmen.

Ancohuma, der König in der Cordillera Real

Wir konnten bereits vom Titicaca-See aus unser Hauptreiseziel sehen – den Gipfel des Ancohuma (6527 m). Um dorthin zu kommen, mußten wir zuerst mit einem Bus in eine tiefergelegene Ortschaft namens Sorata ( 2650 m) fahren, wo wir in einem netten Hostal unser Lager aufschlugen. Das Wetter war prächtig, Träger wurden auch organisiert und so ging es bald los Richtung Gipfel. Nach 2 Tagen erreichten wir unser selbsternanntes Basislager auf ca. 5050 m. Geplant war ein weiteres Hochlager auf ca. 5800 m und dann der Aufstieg zum Gipfel. Leider hatten wir bereits hier einige Ausfälle und so stiegen “nur” 4 unserer 9-köpfigen Mannschaft Richtung Hochlager auf. Dort erlebten sie einen wunderschönen Sonnenuntergang, aber auch eine eisige Nacht.

Am nächsten Morgen erwachten sie bei schönstem Wetter und der Gipfel wurde in Angriff genommen. Ausgerüstet mit Steigeisen und Seil erreichten zwei Klübler, KB Günter Daxenbichler und KB Jörg Schneider und ein Gast, Markus Weithas, gegen Mittag den Gipfel des Ancohuma mit 6527m. Der Abstieg nach Sorata dauerte 2 Tage und so war genug Zeit, um die gewonnenen Eindrücke etwas zu verarbeiten. Wir schoben noch einen Erholungstag ein, und setzten dann unsere Reise fort.

Weiterreise

Ziele waren die Stadt LaPaz, die Ausgrabungen von Tiwanaku sowie die rätselhaften Bodenzeichnungen bei Nasca, für die wir uns noch ausreichend Zeit genommen haben. Auch hier erlebten wir sehr viel Neues und Eindrucksvolles. Wir setzten die Reise wieder mit einem Bus fort und fuhren Richtung Peru, wobei wir den Norden Chiles streiften und ein paar Eindrücke von der Atacama-Wüste bekamen.

Die letzten Tage unserer Reise waren nun angebrochen und so saßen wir bald wieder im Flugzeug nach Europa. Mit sehr vielen Eindrücken von einem fremden Kontinent und vor allem einem schönen Bergabenteuer kamen wir gesund in Innsbruck an, wo wir noch heute gern an die Zeit in Süd-Amerika zurückdenken!